Web-Nutzung

Die Gefahr von Zeitungen und Fernsehen sind allgegenwärtig

Ein Ver­such den Spieß in Sachen Medi­en­nut­zung umzudrehen.

Wer sich mit dem Thema Social Media so inten­siv beschäf­tigt wie ich, hat für das Pro und Kon­tra immer ein offe­nes Ohr. Ein Arti­kel im Ful­daer Markt­korb vom 09.02.11 ist Anlass für die­sen Blog­bei­trag, bei dem (wie­der mal) vor den Gefah­ren von Social Media gewarnt wird. Dies­mal ist vom “Vir­tu­el­lem Strip­tease bei Face­book & Co.” die Rede.

Mediennutzung in den letzten 30ig JahrenAuch wenn die Bericht­er­stat­tung grund­sätz­lich wich­tig ist, werde ich den Ein­druck nicht los, dass die klas­si­schen Medien, wie Zei­tun­gen, Radio und TV ein Pro­blem mit der Kon­kur­renz aus dem Inter­net haben. Wenn ich den Arti­kel lese, wird mei­nem Gewis­sen ein­ge­re­det, dass ich glück­li­cher und siche­rer lebe, wenn ich soziale Medien im Inter­net meide.

Die­ses Feed­back erhalte ich oft auch in Gesprä­chen mit Kun­den. Diese ste­hen durch die meist ein­sei­tige Bericht­er­stat­tung aus dem Fern­se­hen — bei­spiels­weise face­book — nega­tiv gegen­über. Ihre Wahr­neh­mung wird auf eine Gene­ra­li­sie­rung redu­ziert. Näm­lich face­book ist böse und eine Daten­krake. Also las­sen wir bes­ser die Fin­ger davon.

Auf Basis des Arti­kels im Ful­daer Wer­be­blätt­chen drehe ich nun den Spieß mal um und zwar so, als wäre er von jeman­den geschrie­ben wor­den, der in der Social Media-Welt lebt und auf die Gefah­ren von Zei­tun­gen und Fern­se­hen auf­merk­sam macht. Ich emp­fehle par­al­lel den Arti­kel des Markt­korbs in einem zwei­ten Brow­ser­fens­ter zu öffnen, um die The­ma­tik zu ver­ste­hen bzw. zu ver­fol­gen.

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Unternehmer: Setzt die Brille Eurer Kunden auf, wenn Ihr sie über das Internet erreichen wollt

Es ist doch immer wie­der erstaun­lich, wie wenig sich Unter­neh­mer mit dem sich ver­än­dern­den Infor­ma­ti­ons– und Kauf­ver­hal­ten ihren Kun­den beschäf­ti­gen. Das gilt vor allem für Firmen-Websites, die sich noch auf dem Niveau einer Visi­ten­karte bewe­gen. Wett­be­werbs­vor­teile durch eine attrak­tive Web­site wer­den kaum genutzt. Den Geschäfts­füh­rern, meist von eher kon­ser­va­tiv aus­ge­rich­te­ten Klein­un­ter­neh­men, ist anschei­nend immer noch nicht klar, wie selbst­ver­ständ­lich das Web von ihren Kun­den genutzt wird.

Es wäre also drin­gend not­wen­dig, die Brille der Kun­den auf­zu­set­zen, wie die sich heut­zu­tage vor dem Kauf eines Pro­duk­tes oder einer Dienst­leis­tung infor­mie­ren. Die kürz­lich von der Zeit, den Blick auf die Entwicklung des Webs schärfenArbeits­ge­mein­schaft Online-Forschung e. V. (kurz AGOF) ver­öf­fent­lich­ten Zah­len brin­gen es an den Tag: 73,5 Pro­zent der der Inter­net­nut­zer sind seit drei Jah­ren im Netz aktiv. Knapp 70 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung sind online. Von den Internet-Nutzern haben 97,7 Pro­zent schon ein­mal nach Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen recher­chiert. Diese Zah­len bele­gen: Das Inter­net ist zu einem fes­ten Bestand­teil unse­res Lebens gewor­den. Eine Tat­sa­che, die vor allem bei klei­nen Unter­neh­men in der Region Ost­hes­sen anschei­nend immer noch nicht ange­kom­men ist.

Meist fängt das Pro­blem damit an, dass die Unter­neh­mer sich gar nicht mit dem Inter­net beschäf­ti­gen. Sie sur­fen nicht selbst, sie las­sen sur­fen und bekom­men des­halb auch kei­nen Bezug zur Online-Welt. Ein fata­ler Feh­ler, denn wie soll ein Geschäfts­füh­rer sich in die Lage eines Web­nut­zers ver­set­zen kön­nen, wenn er selbst gar nicht weis, wie er mit dem Inter­net umge­hen soll? Mei­ner Mei­nung ist es abso­lut erfor­der­lich, sich mit dem Such– und Kauf­ver­hal­ten sei­ner Kun­den zu befas­sen. Warum? Wer im Web nicht für seine Kun­den sicht­bar ist, ist quasi nicht exis­tent. Das Ziel eines jeden Unter­neh­mers hat des­halb zu lau­ten: Was will ich als Unter­neh­mer tun, damit ich das Inter­net für mein Geschäft aktiv nut­zen kann? Die Beto­nung liegt dabei auf “aktiv”, denn Pas­si­vi­tät funk­tio­niert im Inter­net nicht. Nur kon­ti­nu­ier­li­che Website-Pflege und Ver­mark­tung wer­den lang­fris­tig den Erfolg bringen.

Fol­gende Fra­gen muss sich ein Unter­neh­mer stel­len, der das Inter­net als Platt­form zur Kom­mu­ni­ka­tion und zum Ver­kauf nut­zen möchte:

  • Wel­che Ziele möchte ich mit unse­rem Inter­net­auf­tritt erreichen?
  • Mit wel­chen Wor­ten und Begriffs­kom­bi­na­tio­nen (Key­words) suchen meine Kunden?
  • Werde ich in der Region mit mei­ner Web­site zu den gewähl­ten Such­be­grif­fen auch in Google gefunden?
  • Sind die Infor­ma­tio­nen, die ich zu mei­nen Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen anbiete, ver­trau­ens­er­we­ckend und überzeugend?
  • Wie kann ich Inter­es­sen­ten dazu moti­vie­ren, mich zu kontaktieren?
  • Wer­den die meis­ten Bedürf­nisse mei­ner Kun­den ange­spro­chen? Habe ich sie erkannt?
  • Wer­den so gut wie alle Fra­gen auf mei­ner Web­site zu mei­nen Pro­duk­ten beantwortet?
  • Kom­men beste­hende Kun­den auf mei­ner Web­site zu Wort, die mich dabei unter­stüt­zen Ver­trauen aufzubauen?
  • Wel­che Kri­te­rien im Inter­net beein­flus­sen Kauf­ent­schei­dun­gen in mei­ner Bran­che? (z. B. Foren, Tests, Bewer­tun­gen usw.)
  • Nutze ich die Mög­lich­keit die Spu­ren, die ein Besu­cher auf mei­ner Web­site hin­ter­lässt, rich­tig zu inter­pre­tie­ren und in die Ver­bes­se­rung mei­nes Webauf­tritts ein­flie­ßen zu lassen?

Soweit einige ele­men­tare Fra­gen. Sie zu beant­wor­ten ist rich­tig Arbeit. Wer nicht bereits ist die Zeit zu inves­tie­ren, bleibt am Bes­ten wei­ter­hin bei sei­ner Web-Visitenkarte. Ich freue mich auf Feedback.

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