Die Gefahr von Zeitungen und Fernsehen sind allgegenwärtig

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Ein Ver­such den Spieß in Sachen Medi­en­nut­zung umzudrehen.

Wer sich mit dem Thema Social Media so inten­siv beschäf­tigt wie ich, hat für das Pro und Kon­tra immer ein offe­nes Ohr. Ein Arti­kel im Ful­daer Markt­korb vom 09.02.11 ist Anlass für die­sen Blog­bei­trag, bei dem (wie­der mal) vor den Gefah­ren von Social Media gewarnt wird. Dies­mal ist vom “Vir­tu­el­lem Strip­tease bei Face­book & Co.” die Rede.

Auch wenn die Bericht­er­stat­tung grund­sätz­lich wich­tig ist, werde ich den Ein­druck nicht los, dass die klas­si­schen Medien, wie Zei­tun­gen, Radio und TV ein Pro­blem mit der Kon­kur­renz aus dem Inter­net haben. Wenn ich den Arti­kel lese, wird mei­nem Gewis­sen ein­ge­re­det, dass ich glück­li­cher und siche­rer lebe, wenn ich soziale Medien im Inter­net meide.

Die­ses Feed­back erhalte ich oft auch in Gesprä­chen mit Kun­den. Diese ste­hen durch die meist ein­sei­tige Bericht­er­stat­tung aus dem Fern­se­hen — bei­spiels­weise face­book — nega­tiv gegen­über. Ihre Wahr­neh­mung wird auf eine Gene­ra­li­sie­rung redu­ziert. Näm­lich face­book ist böse und eine Daten­krake. Also las­sen wir bes­ser die Fin­ger davon.

Auf Basis des Arti­kels im Ful­daer Wer­be­blätt­chen drehe ich nun den Spieß mal um und zwar so, als wäre er von jeman­den geschrie­ben wor­den, der in der Social Media-Welt lebt und auf die Gefah­ren von Zei­tun­gen und Fern­se­hen auf­merk­sam macht. Ich emp­fehle par­al­lel den Arti­kel des Markt­korbs in einem zwei­ten Brow­ser­fens­ter zu öffnen, um die The­ma­tik zu ver­ste­hen bzw. zu ver­fol­gen. Nach­trag 07.02.12: Lei­der ist der Bei­trag von der Marktkorb-Website verschwunden.

Aus Grün­den der Länge des Arti­kels, habe ich nur den ers­ten Abschnitt “über­setzt”. Ich denke der Ver­gleich reicht aus, um meine Bot­schaft zu ver­ste­hen. Außer­dem wende ich zum Teil die Ver­gan­gen­heits­form an, die den tat­säch­li­chen Rück­gang der klas­si­schen Medien (siehe Bild rechts oben) verdeutlicht.

Reiz und Risiko: Geis­tige Ver­blö­dung durch Zei­tun­gen, Radio und TV.

Kon­su­men­ten von klas­si­schen Medien sind in eini­gen Situa­tio­nen stark gefährdet

Fulda. Zei­tun­gen, Radio und TV ver­zeich­ne­ten vor Jah­ren noch hun­derte Mil­lio­nen Nut­zer – und die Zah­len neh­men wei­ter ab. Auch viele Ver­brau­cher aus der Ful­daer Region wur­den bis­her von die­sen Medien mehr oder weni­ger gut infor­miert bzw. unter­hal­ten und sorg­ten sich wenig um die Qua­li­tät der Berichte und Sen­dun­gen. Bereit­wil­lig wurde das kon­su­miert bzw. gele­sen, was die Bild-Zeitung, die Ful­daer Zei­tung oder die Fern­seh­sen­der tag­täg­lich ver­öf­fent­li­chen. Aller­dings sorg­ten sie sich wenig um Dia­log, Feed­back und Aus­tausch. Dabei ist der Ver­dum­mung unse­rer Bür­ger durch die ein­sei­tige Kom­mu­ni­ka­tion eine Gefahr, die nach wie vor in allen Print– und TV-Kanälen all­ge­gen­wär­tig ist.

Deutsch­land sucht den Super­star”, “Ich bin ein Star — holt mich hier raus”, “Das per­fekte Pro­midin­ner” – pri­vate TV-Sender sind für viele Kon­su­men­ten immer noch der Haupt­grund sich vor das Fern­seh­ge­rät zu set­zen. Alleine bei RTL, SAT1 und Pro7 “glot­zen” der­weil noch Mil­lio­nen Bür­ger aus ganz Deutsch­land tag­täg­lich. Auch viele Ost­hes­sen sind immer noch aktive Fernsehkonsumenten.

Kri­mi­nelle Gefahr
Die Gründe für die immer wei­ter sin­kende Beliebt­heit klas­si­scher Medien liegt auf der Hand: Alleine vor der Klotze sit­zen, sich einen bru­ta­len Action­film anse­hen, zwi­schen­durch die Bild­zei­tung lesen, das gesamte TV-Programm ist durch schnel­les Drü­cken auf die Fern­be­die­nung prä­sent. Diese Pro­gramme zu sehen – und noch viele wei­tere Sen­dun­gen – sind über das betagte Fern­seh­ge­rät immer noch möglich.

Doch in den klas­si­schen Medien lau­ern nach wie vor Gefah­ren. Viele Fern­seh­kon­su­men­ten und Zei­tungs­le­ser sind sich des­sen immer noch nicht bewusst, gehen allzu frei­zü­gig mit der Ver­dum­mung durch den tag­täg­li­chen TV-Wahnsinn um – und ver­ges­sen dabei, wie schnell über das Fern­se­hen durch ver­öf­fent­lichte Infos schlechte Gedan­ken und kri­mi­nelle Ener­gien frei­ge­setzt wer­den  können.

So haben längst auch Pro­gramm­ma­cher und Zei­tungs­re­dak­teure den Nut­zen des TV-Konsums und das Ver­öf­fent­li­chen von nega­ti­ven Schlag­zei­len in Zei­tun­gen für sich erkannt: “Eine schein­bar harm­lose Sen­dung, wie ‘Ich bin ein Star — holt mich hier raus’ wird schnell zu einer tota­len Ekel­num­mer mit Brech­reiz­wir­kung,” warnt Tho­mas Noll, Internet-Experte und Bera­ter für Social Media …

… das soll für die­sen Bei­trag reichen.

Liebe Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, liebe Kun­din­nen und Kun­den. Nur weil es so was wie Social Media gibt und berech­tigte Unsi­cher­hei­ten in des­sem Umgang vor­han­den sind, bedeu­tet das noch lange nicht, das klas­si­sche Medien ohne Gefah­ren sind. Das wird nur so sel­ten oder gar nicht gesagt. Was über­haupt nicht in dem ange­spro­che­nen Arti­kel dar­ge­stellt wird, ist die Fas­zi­na­tion, die von Social Media aus­geht. Wie lang­wei­lig Zei­tun­gen gewor­den sind, zei­gen doch die mas­si­ven Rück­gänge bei den Druckauflagen.

Fakt ist: Immer mehr (nicht nur junge) Men­schen sind nicht mehr bereit, sich nur noch berie­seln zu las­sen. Die man­gelnde oder feh­lende Inter­ak­ti­vi­tät von Zei­tun­gen und Fern­se­hen ist für viele höchst unso­zial. Das schafft natür­lich ein Ungleich­ge­wicht zu Unguns­ten der klas­si­schen Medien. Um ein Stück mehr Objek­ti­vi­tät in die Bericht­er­stat­tung zu brin­gen, wäre es von Vor­teil, wenn die Macher von Zei­tun­gen und TV etwas selbst­kri­ti­scher damit umge­hen würden.

Arbeit­ge­ber soll­ten sich im Übri­gen dar­über im Kla­ren sein, dass auch Bewer­ber ihre Arbeit­ge­ber im Inter­net genauer anschauen (siehe Abschnitt “Glä­ser­ner Arbeit­neh­mer” im marktkorb-Artikel). Es gibt näm­lich die Mög­lich­keit Arbeit­ge­ber zu bewer­ten, Bei­spiel kununu.com. Viel­leicht bekommt das ein oder andere Unter­neh­men gar keine Bewer­ber, weil die Repu­ta­tion als Arbeit­ge­ber ver­saut ist. Da kön­nen die Per­so­na­ler noch so viel nach “miss­fal­len­den Ein­trä­gen” in face­book suchen. Wenn sich nie­mand bewirbt, nützt die­ses Vor­ge­hen gar nichts. Arbeit­ge­ber sind also genauso gläsern.

Ich hoffe auf reges Inter­esse und auf Feedback.

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9 Antworten auf Die Gefahr von Zeitungen und Fernsehen sind allgegenwärtig

  • Alexander R sagt:

    Tho­mas,

    Social Media gehört m.E. zum guten Ton mitt­ler­weile. Der Punkt ist, es will sinn­voll genutzt sein. Ich bin in Fach­fo­ren zum Thema Tre­a­sury unter­wegs und bin, auf­grund mei­ner inter­na­tio­na­len Jobs und Ver­net­zung auch auf XING und Lin­ke­din unter­wegs. Es ist in mei­nen Augen nichts ver­werf­li­ches in sich auf­find­bar zu machen. Wenn du zu The­men Arti­kel schreibst oder eine gewisse Repu­ta­tion im Markt hast, dann gehört es auch dazu ein wenig von der Per­son selbst preis zu geben.

    Wenn man wie ich mitt­ler­weile im Rhein­land lebend, sich im Netz auf­hält und auch mal nach neuen Jobs schaut dann ist klar erkenn­bar das je nach Lage und Ein­fluss von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ex­per­ten (sei es intern oder auch extern) das Thema Social Media eine ganz andere und wich­ti­gere Rolle spielt. Junge Absol­ven­ten und Berufs­an­fän­ger suchen m.E. auch Arbeit­ge­ber, mit denen diese sich ganz klar iden­ti­fi­zie­ren kön­nen und die auch im Bereich Medien und Kom­mu­ni­ka­tion Frei­räume zur Ent­fal­tung bie­ten. Bei mir im Unter­neh­men wurde daher die Nut­zung des inter­nets frei­ge­ge­ben und nun kann auch das Tele­fon im gerin­gen Maße zu pri­va­ten Zwe­cken genutzt wer­den. Damit ist der Wan­del ganz klar erkennbar.

    Hier müs­sen andere nach­zie­hen und ich finde, sich Angst ein­ja­gen zu las­sen zeugt von per­sön­li­cher Schwä­che der Ent­schei­der in den ein­zel­nen Unter­neh­men, egal ob pri­va­ter oder öffent­li­cher Sektor.

    Gruss
    Alexander

  • Thomas sagt:

    Hi Alex, danke für Dein Feed­back. Ich lebe halt doch in der Social Media-Provinz. Und mir ist es wich­tig das Thema zum Nut­zen und Vor­teil Aller dar­zu­stel­len. Ich stelle immer wie­der fest, dass da klas­si­sche Medien noch größ­ten­teils hin­ter­her­hin­ken und oft nur die dunkle Seite von Social Media beleuch­ten. Das färbt natür­lich ab, weil die nega­tive Mel­dun­gen eben mehr Leser anzie­hen. Mir ist es wich­tig mehr Objek­ti­vi­tät in die Sache zu brin­gen. Ich denke, dass es nicht mehr allzu lange dau­ern wird, bis Social Media auch von den Kon­ser­va­tivs­ten ver­stan­den wird und die­ser “Gefahr durch Social Media”-Quatsch end­lich aufhört.

    Tschau, Tho­mas

  • az sagt:

    warum soll­ten klas­si­schen Medien ein Pro­blem mit der Kon­kur­renz aus dem Inter­net haben — die meis­ten Zei­tun­gen haben eigene Inter­net­auf­tritte und ver­fol­gen eine Inter­net­stra­te­gie. — wa sich damit sagen will, der Arti­kel ist voll von sol­chen fal­schen Unter­stel­lun­gen. Naja ist ja auch nicht jour­na­lis­tisch, son­dern Blog. Ins­ge­samt wenig sach­lich, son­dern ver­dammt wertend.

  • Thomas sagt:

    Bei dem ange­spro­chene Wer­be­blätt­chen gibt es keine Inter­net­stra­te­gie. Der Inter­net­auf­tritt des Markt­korbs ist die Copy-and-paste-Ausgabe der Print­ver­sion. Hier geht es nur darum Anzei­gen zu ver­kau­fen und ein paar rei­ße­ri­sche Arti­kel zu ver­öf­fent­li­chen. Und natür­lich haben Zei­tun­gen ein Pro­blem mit dem Web, wieso gehen denn per­ma­nent die Auf­la­gen zurück? Es geht darum, dass Zei­tun­gen ihre Leser nicht für Dumm ver­kau­fen kön­nen. Es würde den klas­si­schen Medien gut tun, wenn sie etwas selbst­kri­ti­scher mit ihrer Bericht­er­stat­tung umge­hen wür­den. Das trifft vor allem das ost­hes­si­sche Zeitungsmonopol.

  • runzn sagt:

    Hey Tho­mas,
    gra­tu­liere zur Idee den Spieß umzu­dre­hen. Ich finde, der Ver­gleich der bei­den Texte macht doch eini­ges sicht­bar. Etwa die (nur auf den ers­ten Blick) para­doxe Situa­tion, dass beide Texte mit ihren Ein­wän­den abso­lut Recht haben – wie meis­tens, wenn es darum geht den oder das andere madig zu machen. Ein halb­wegs objek­ti­ves Urteil würde wohl einen Blick auf ‘das Ganze’ erfor­dern. Des­halb noch ein paar Anmer­kun­gen:
    Die Ver­dum­mung durch Nut­zung sozia­ler Medien steht jener durch den Kon­sum her­kömm­li­cher Medien um nichts nach. Umge­kehrt schiebt die man­gelnde Inter­ak­ti­vi­tät der Daten­sam­mel­wut und den betrü­ge­ri­schen Machen­schaf­ten im Rah­men der Nut­zung von Print/TV/Radio einen natür­li­chen Rie­gel vor.
    Beide Medi­en­wel­ten haben ihre Berech­ti­gung, ihre Meri­ten, aber natür­lich auch Nach­teile. Ich meine, social media — ja bitte, aber Face­book kann nicht der Weis­heit letz­ter Schluss sein. Denn wenn, dann möchte ich dort der Kunde sein (mit ent­spre­chen­den Rech­ten) und nicht die Ware (wie der­zeit), die an jeden ver­hö­kert wird.
    Bye
    runzn

  • Thomas sagt:

    Danke runzn für Dein Feed­back,
    Deine Rück­mel­dung besei­tigt meine ursprüng­li­che Sorge, nicht ver­stan­den zu werden.

    Tho­mas

  • rhoenradler sagt:

    Ser­vus Tho­mas,
    kor­rek­ter Arti­kel!
    Die span­nende Frage für mich ist: wie viel Infor­ma­tion brau­che ich wirk­lich?
    Lie­ber eine Stunde auf dem Rad Ein­drü­cke gesam­melt, als eine vor der Kiste oder im Netz ver­dad­delt… :shock:
    In die­sem Sinne werde ich jetzt eine Runde dre­hen, damit die Work Life Balance stimmt und die Stress­re­sis­tenz ver­bes­sert wird.

    Hau nei
    Klaus

  • Saskia Bauer sagt:

    Ein sehr schö­ner Arti­kel! Der Gedan­ken­weg ist genau rich­tig. Wir müs­sen lang­sam wahr­neh­men, dass das Inter­net zu einer bedroh­li­chen Kon­ku­renz von TV , Zei­tung & Radio gewor­den ist. Des­we­gen sind diese Medien sehr sub­jek­tiv nega­tiv gegen­über dem Inter­net. Vor­al­lem gegen Social Media Netz­werke wie Face­book, die als kom­men­der Riese in der Wer­be­bran­che gefei­ert wer­den. Aus­ser­dem spüh­ren die TV, Zei­tung & Radio, dass ihre Zah­len immer wei­ter sin­ken und ein neuer Riese ent­steht, das Inter­net. Schon heute ist das Inter­net hin­ter TV das wich­tigste Wer­be­me­dium. In Zukunft könn­ten diese Posi­tio­nen getauscht wer­den. Ich finde aber, dass die Medien um TV, Zei­tung & Radio es sich selbst schwer machen, denn das Inter­net ist ein uni­ver­sa­les Medium, was von jedem ande­ren Medium sehr gut für eigene Zwe­cke genutzt wer­den kann. Aber es wird span­nend sein zu sehen, wie sich dies alles wei­ter entwickelt!

    lG Sas­kia

  • Torsten Jahn sagt:

    Inter­es­san­ter, wenn auch eigent­lich bekann­ter, aber oft igno­rier­ter Aspekt in der Medi­en­nut­zung. Dem Pro­blem der Social Net­works (selek­tive Wahr­neh­mung, jour­na­lis­tisch frag­wür­dige — nicht belegte Infos, etc.) ste­hen nicht wenige Pro­bleme in den “alten” Medien gegen­über (auch hier sinkt wegen Kosten-/Quotendruck die jour­na­lis­ti­sche Qua­li­tät, ein­sei­tige bzw. poli­tisch gefärbte Infor­ma­tion (schön am Bei­spiel der FZ erkenn­bar ;-) und auch das Nicht-Bringen von Arti­keln ist eine Beein­flus­sung. Wie immer im Leben ist ein Mix aus fremd– und selbst­be­stimm­ter Medi­en­nut­zung, inkl. der “natür­li­chen” Skep­sis (WARUM schreibt jemand die­sen Arti­kel, warum gerade JETZT) gepaart mit Bil­dung eine gute Lösung :-)

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