Monats-Archive: März 2010

Unternehmer: Setzt die Brille Eurer Kunden auf, wenn Ihr sie über das Internet erreichen wollt

Es ist doch immer wie­der erstaun­lich, wie wenig sich Unter­neh­mer mit dem sich ver­än­dern­den Infor­ma­ti­ons– und Kauf­ver­hal­ten ihren Kun­den beschäf­ti­gen. Das gilt vor allem für Firmen-Websites, die sich noch auf dem Niveau einer Visi­ten­karte bewe­gen. Wett­be­werbs­vor­teile durch eine attrak­tive Web­site wer­den kaum genutzt. Den Geschäfts­füh­rern, meist von eher kon­ser­va­tiv aus­ge­rich­te­ten Klein­un­ter­neh­men, ist anschei­nend immer noch nicht klar, wie selbst­ver­ständ­lich das Web von ihren Kun­den genutzt wird.

Es wäre also drin­gend not­wen­dig, die Brille der Kun­den auf­zu­set­zen, wie die sich heut­zu­tage vor dem Kauf eines Pro­duk­tes oder einer Dienst­leis­tung infor­mie­ren. Die kürz­lich von der Zeit, den Blick auf die Entwicklung des Webs schärfenArbeits­ge­mein­schaft Online-Forschung e. V. (kurz AGOF) ver­öf­fent­lich­ten Zah­len brin­gen es an den Tag: 73,5 Pro­zent der der Inter­net­nut­zer sind seit drei Jah­ren im Netz aktiv. Knapp 70 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung sind online. Von den Internet-Nutzern haben 97,7 Pro­zent schon ein­mal nach Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen recher­chiert. Diese Zah­len bele­gen: Das Inter­net ist zu einem fes­ten Bestand­teil unse­res Lebens gewor­den. Eine Tat­sa­che, die vor allem bei klei­nen Unter­neh­men in der Region Ost­hes­sen anschei­nend immer noch nicht ange­kom­men ist.

Meist fängt das Pro­blem damit an, dass die Unter­neh­mer sich gar nicht mit dem Inter­net beschäf­ti­gen. Sie sur­fen nicht selbst, sie las­sen sur­fen und bekom­men des­halb auch kei­nen Bezug zur Online-Welt. Ein fata­ler Feh­ler, denn wie soll ein Geschäfts­füh­rer sich in die Lage eines Web­nut­zers ver­set­zen kön­nen, wenn er selbst gar nicht weis, wie er mit dem Inter­net umge­hen soll? Mei­ner Mei­nung ist es abso­lut erfor­der­lich, sich mit dem Such– und Kauf­ver­hal­ten sei­ner Kun­den zu befas­sen. Warum? Wer im Web nicht für seine Kun­den sicht­bar ist, ist quasi nicht exis­tent. Das Ziel eines jeden Unter­neh­mers hat des­halb zu lau­ten: Was will ich als Unter­neh­mer tun, damit ich das Inter­net für mein Geschäft aktiv nut­zen kann? Die Beto­nung liegt dabei auf “aktiv”, denn Pas­si­vi­tät funk­tio­niert im Inter­net nicht. Nur kon­ti­nu­ier­li­che Website-Pflege und Ver­mark­tung wer­den lang­fris­tig den Erfolg bringen.

Fol­gende Fra­gen muss sich ein Unter­neh­mer stel­len, der das Inter­net als Platt­form zur Kom­mu­ni­ka­tion und zum Ver­kauf nut­zen möchte:

  • Wel­che Ziele möchte ich mit unse­rem Inter­net­auf­tritt erreichen?
  • Mit wel­chen Wor­ten und Begriffs­kom­bi­na­tio­nen (Key­words) suchen meine Kunden?
  • Werde ich in der Region mit mei­ner Web­site zu den gewähl­ten Such­be­grif­fen auch in Google gefunden?
  • Sind die Infor­ma­tio­nen, die ich zu mei­nen Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen anbiete, ver­trau­ens­er­we­ckend und überzeugend?
  • Wie kann ich Inter­es­sen­ten dazu moti­vie­ren, mich zu kontaktieren?
  • Wer­den die meis­ten Bedürf­nisse mei­ner Kun­den ange­spro­chen? Habe ich sie erkannt?
  • Wer­den so gut wie alle Fra­gen auf mei­ner Web­site zu mei­nen Pro­duk­ten beantwortet?
  • Kom­men beste­hende Kun­den auf mei­ner Web­site zu Wort, die mich dabei unter­stüt­zen Ver­trauen aufzubauen?
  • Wel­che Kri­te­rien im Inter­net beein­flus­sen Kauf­ent­schei­dun­gen in mei­ner Bran­che? (z. B. Foren, Tests, Bewer­tun­gen usw.)
  • Nutze ich die Mög­lich­keit die Spu­ren, die ein Besu­cher auf mei­ner Web­site hin­ter­lässt, rich­tig zu inter­pre­tie­ren und in die Ver­bes­se­rung mei­nes Webauf­tritts ein­flie­ßen zu lassen?

Soweit einige ele­men­tare Fra­gen. Sie zu beant­wor­ten ist rich­tig Arbeit. Wer nicht bereits ist die Zeit zu inves­tie­ren, bleibt am Bes­ten wei­ter­hin bei sei­ner Web-Visitenkarte. Ich freue mich auf Feedback.

Wie oft pflegen kleine und mittlere Unternehmen ihre Website? (M)Ein kritischer Beitrag zu einem wichtigen Thema

Mit die­ser Frage, die mich seit Jah­ren beschäf­tigt, habe ich mich in einem Arti­kel aus­ein­an­der­ge­setzt, den ich kürz­lich als Fach­pu­bli­ka­tion bei online-artikel.de ver­öf­fent­licht habe. Zwar gehe ich davon aus, dass er von der Ziel­gruppe, für die er bestimmt ist, wohl kaum gele­sen wer­den wird, schon gar nicht auf mei­nem Blog. Trotz­dem finde ich es wich­tig, die­ses Thema anzusprechen.

Unternehmen tun gut daran ihre Website aktuell zu halten

Unter­neh­men tun gut daran, ihre Web­site aktu­ell zu halten

Ich denke es ist Zeit — und da spre­che ich vor allem Web-Agenturen an — Kun­den in Sachen Con­tent bes­ser zu unter­stüt­zen. Gut, Webent­wick­ler und Desi­gner leben davon, Web­sites ihren Kun­den zu verkaufen.

Mei­ner Wahr­neh­mung nach ist jedoch den Klein­un­ter­neh­mern damit allein nicht gedient. Ich kann mir sogar vor­stel­len, dass Kun­den, die mehr­fach in einen Inter­net­auf­tritt inves­tiert haben und immer noch kei­nen Erfolg haben, den Glau­ben an das Web ver­lie­ren. Auf der ande­ren Seite wer­den die meis­ten Unter­neh­me­ner selbst die­sen Zustand zu ver­ant­wor­ten haben. Die Frage ist des­halb durch­aus berech­tigt: Wozu ein CMS ver­kau­fen, wenn cirka 70 Pro­zent der Kun­den es gar nicht selbst nutzen?

Ok, ein Design-Relaunch alle zwei bis drei Jahre geht für mich als Web-Redakteur in Ord­nung. Aller­dings darf nicht außer Acht gelas­sen wer­den, dass der Con­tent eine grö­ßere Rolle spielt und einen ent­schei­den­den Bei­trag für den Erfolg einer Web­site sorgt. Unter­neh­mer müs­sen also mehr bei der Web­pflege beglei­tet wer­den, und das ist ein lang­fris­ti­ger Pro­zess. Natür­lich gehö­ren noch wei­tere Maß­nah­men, wie SEO, SEM, Link­buil­ding usw. dazu. Wenn´s aber mit dem Con­tent schon kaum klappt, wozu dann sol­che Maß­nah­men durchführen?

Hier der Link zum Arti­kel: Ein­satz von Contentmanagement-Lösungen in klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men”. Ich freue mich auf Eurer Feedback.

Meine Vorstellung auf dem Treffen der Web-Developer in Fulda — Contentmanagement aus redaktioneller Sicht

Seit fast einem Jahr tref­fen sich ein­mal im Monat die Web-Developer in Fulda zum Netz­wer­ken. Alle, die sich in der Region Ost­hes­sen mit dem Thema Webent­wick­lung, Web­de­sign und angren­zen­den Jobs beschäf­ti­gen, kön­nen aktiv die Gele­gen­heit zum Erfah­rungs­aus­tausch nut­zen. Gelei­tet und orga­ni­siert wer­den die Tref­fen von Achim Fischer von Coding­fish Limited und Bene­dikt Dei­cke von synatic|net. Die Vor­träge und Prä­sen­ta­tio­nen beschäf­ti­gen sich natür­lich über­wie­gend mit Pro­gram­mier­spra­chen, Frame­works und Ent­wick­lungs­tech­ni­ken. Aber auch Unter­neh­mens– oder Pro­jekt­vor­stel­lun­gen ste­hen auf der Agenda der Tref­fen. Zwi­schen zehn und zwan­zig Leute kom­men ein­mal im Monat in das FH-Gebäude am Heinrich-von-Bibra-Platz.

Bei der März-Veranstaltung nutzte ich die Gele­gen­heit, mich und mein Busi­ness vor­zu­stel­len. Die wich­tigs­ten Inhalte habe ich in fol­gen­dem Video zusammengeschnitten:

Link: Vorstellung Internet Redakteur WebDevFulda 0310

Wer Inter­esse hat an den monat­li­chen Tref­fen teil­zu­neh­men, ist herz­lich ein­ge­la­den. Achim und Bene­dikt orga­ni­sie­ren die Ver­an­stal­tung rich­tig pro­fes­sio­nell und die Loca­tion ist auch prima. Alles ist kos­ten­frei inkl. W-LAN. Pizza-Sponsoren sind erwünscht :-)

Link zur Xing-Gruppe

Coding­fish Limited

SEMSEO 2010 — meine Eindrücke von der Konferenz">SEMSEO 2010 — meine Eindrücke von der Konferenz

2010 wird das Jahr der Such­ma­schi­nen”, so lau­tet der erste Satz der Kon­fe­renz­be­schrei­bung auf der Web­site des Ver­an­stal­ters aba­kus. Das hatte ich schon im Okto­ber letz­ten Jah­res ver­nom­men und mich zei­tig zur SEMSEO-Konferenz in Han­no­ver ange­mel­det. Als Internet-Redakteur ist das Thema Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO) natür­lich ein ele­men­ta­rer Bestand­teil mei­ner Arbeit. Bis­her habe ich mich über­wie­gend mit der On-Page-Optimierung beschäf­tigt, dem Pflicht­pro­gramm eines jeden Con­tent­ma­na­gers. Jetzt will ich mein Link-Aufbau-Wissen vertiefen.

Prof. Dr. Mario Fischer bei seinem Vortrag

Prof. Dr. Mario Fischer bei sei­nem Vortrag

Um die Szene der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rer aus der Nähe ken­nen­zu­ler­nen, ist die Teil­nahme an einer der weni­gen Ver­an­stal­tun­gen Pflicht­pro­gramm. Nur so lässt sich aus ers­ter Hand in Erfah­rung brin­gen, wer in der Bran­che ein wirk­li­cher Profi ist. Sich nur in Blogs und Foren zu tum­meln, um damit sein Wis­sen zu erwei­tern, kann ganz schön frus­trie­rend sein. Es gibt (lei­der) in Sachen SEO keine geschrie­be­nen Gesetze und keine Ein­deu­tig­keit. Viel hilft zwar sich strin­gent an die Richt­li­nien von Google zu hal­ten, nur ver­ra­ten die nicht, wel­che Maß­nah­men den meis­ten Ein­fluss auf das Ran­king haben.

Unter den SEO´s gibt es stän­dig kon­tro­verse Dis­kus­sio­nen “was rankt, und was nicht”. Zwar sind einige emp­feh­lens­werte Bücher auf dem Markt, aller­dings hin­ken die auch der Aktua­li­tät stets durch die per­ma­nente Wei­ter­ent­wick­lung des Google Algo­rith­mus hin­ter­her. Die Maß­nahme, die ges­tern noch funk­tio­nierte, kann mor­gen schon keine Bedeu­tung mehr für das Ran­king der eige­nen Web­site haben (Bei­spiel Page Rank).

Wenn man also nicht stän­dig “Trail and Error” spie­len möchte, hält man sich an die Erfah­run­gen der SEO-Experten. Auf der SEMSEO gabs davon reich­lich. Zum Bei­spiel Prof. Dr. Mario Fischer. Er refe­rierte zum Thema Link­auf­bau und Repu­ta­tion. Bei sei­nem Vor­trag viel mir auf, dass es gerade beim Link­auf­bau auf Sau­ber­keit und Qua­li­tät ankommt. Also Dinge, wie Dup­li­cate Con­tent, defekte Links sind abso­lut zu ver­mei­den. Am Schluss sei­nes sehr unter­halt­sa­men Vor­trags stellte er ein neues SEO-Magazin vor, wel­ches in Kürze zwei­mo­nat­lich auf den Markt kommt. Es trägt den Titel Website-Boosting, so wie sein gleich­na­mi­ges Buch.

Span­nend fand ich auch die Prä­sen­ta­tion von Jens Fauld­rath, Team­lei­ter SEO bei der Deut­schen Tele­kom, zum Thema “Inhouse-SEO”. Bei die­sem Vor­trag wurde auf die stra­te­gi­sche Sicht­weise von SEO ein­ge­gan­gen. Die zen­trale Frage war, wie wird unter­neh­mens­weit über alle Pro­dukte und Abtei­lun­gen hin­weg SEO orga­ni­siert und umge­setzt. Eine her­aus­for­dernde Auf­gabe, die sehr viel mit Chan­ge­ma­nage­ment und Pro­zess­op­ti­mie­rung zu tun hat.

Kurz erwäh­nen möchte ich noch die SEO-Klinik am Schluss der SEMSEO. Hier mode­rierte kein gerin­ge­rer als Mar­kus Tand­ler alias “Media­do­nis” das Panel. Es ist ja schon so was wie der Come­dian unter den SEO´s. Der Mann ist ein­fach total unter­halt­sam und weis genau, wovon er spricht. Sein Job war es zusam­men mit wei­tere Exper­ten einige Web­sites von SEO´s aus dem Publi­kum zu prü­fen. Den Mut der Gäste, die sich einem Kurz­test unter­zo­gen, war schon zu bewun­dern, denn Mar­kus nahm kein Blatt vor den Mund und zeigte mög­li­che Schwä­chen auf. Aller­dings tat er das mit viel Witz und Schlagfertigkeit.

Mein Fazit: Such­ma­sch­nen­op­ti­mie­rung ist ein hoch­kom­ple­xes Thema je tie­fer man sich damit beschäf­tigt. Erfreu­li­cher­weise hat der SEO-Markt deut­lich an Serio­si­tät gewon­nen. Das hat man auch an den tol­len Vor­trä­gen auf der SEMSEO gese­hen. Und: Es lohnt sich in jedem Fall, von den Bes­ten zu lernen.

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