Monats-Archive: Februar 2010

Wissen Sie, was über Ihr Unternehmen im Internet gesagt wird? So achten Sie auf Ihren guten Ruf

Frü­her war der Stamm­tisch in der Kneipe die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­form, um Erfah­run­gen mit Per­so­nen, Fir­men oder Pro­duk­ten aus­zu­tau­schen. “Zu wem gehst Du eigent­lich zum Zahn­arzt, Karl?” Auf diese Frage ant­wor­tet Karl: “Geh´ doch mal zum Dr. Mus­ter­mann, bei dem bin ich schon seit zwei Jah­ren in Behand­lung, der ist wirk­lich gut und sehr gründ­lich”, stellt er fest. “Frü­her war ich ja immer beim Dr. Bei­spiel. Der ist aber immer so unfreund­lich. Des­halb bin ich da nicht mehr hin­ge­gan­gen,” erzählt Karl weiter.

Inter­net­nut­zer machen ver­mehrt Gebrauch von Bewer­tungs­sys­te­men
Meist erfuh­ren die ange­spro­che­nen Ärzte davon nichts. Erst wenn die Pra­xis nicht mehr so lief, mach­ten sie sich Gedan­ken. Dies hat sich in Zei­ten des Inter­nets jedoch geän­dert. Auf zahl­rei­chen Web­sites ver­öf­fent­li­chen Bür­ger ihre Erfah­run­gen, die sie mit Ärzten gemacht haben. Und immer mehr Inter­net­nut­zer machen davon Gebrauch. Wohl dem Arzt, der einen guten Job macht und mit posi­ti­ven Bewer­tun­gen sei­nen Ruf behält. Bei nega­ti­ven Bewer­tun­gen kann die Situa­tion für einen Arzt schon kri­tisch wer­den. Gut, noch hat sich in unse­rer Region die Mög­lich­keit der Bewer­tung von Ärzten nicht so sehr rum­ge­spro­chen. Doch die Ten­denz ist steigend.

Nicht nur Ärzte sind betrof­fen, auch jedes Unter­neh­men
Nicht nur Ärzte sind von die­ser Ent­wick­lung betrof­fen, son­dern jedes Unter­neh­men wird heut­zu­tage durch die Sozia­li­sie­rung des Inter­nets von sur­fen­den Bür­gern “begut­ach­tet”. Es ist ein urmensch­li­ches Prin­zip, sich Mei­nun­gen von Ande­ren ein­zu­ho­len, um sich ein eige­nes Urteil zu bil­den. Die Funk­tion des Erfah­rungs­aus­tau­sches befrie­digt dem­nach ein nor­ma­les Bedürf­nis von uns Allen und hat vor allem ent­schei­den­den Ein­fluss auf unsere Kaufentscheidungen.

Lei­der ist vie­len Unter­neh­men diese Situa­tion über­haupt noch nicht bewusst. Anne M. Schül­ler, Exper­tin für Kun­den­loya­li­tät, bringt es in ihrem aktu­el­len News­let­ter auf den Punkt:

Unter­neh­men beneh­men sich also bes­ser ordent­lich und behan­deln ihre Kun­den gut, denn im Inter­net kommt alles raus. Wer schlechte Leis­tun­gen erbringt, ver­heim­licht, ver­schlei­ert, bei Leis­tungs­fea­tures lügt oder bei der Preis­ge­stal­tung betrügt und so den Kun­den über den Tisch zie­hen will, hat ein ech­tes Pro­blem. Der Kunde näm­lich, der nur pariert und ohn­mäch­tig jeg­li­che Form von ‚Un-Service‘ über sich erge­hen lässt, gehört end­gül­tig der Ver­gan­gen­heit an.

Gemeint ist damit, wie Kun­den sich über Ver­käu­fer, Unter­neh­men oder Ser­vices in Blogs, Bewer­tungspor­ta­len oder Foren äußern. Erfah­rungs­ge­mäß ist es auch im Inter­net nicht anders, wenn sich Nach­rich­ten oder Kom­men­tare ver­brei­ten. Die nega­ti­ven Mel­dun­gen haben eine viel höhere Rele­vanz und sind schnel­ler ver­brei­tet, als die Positiven.

Die wich­tigste Regel: las­sen Sie sich infor­mie­ren
Wie soll­ten Unter­neh­mer mit die­ser Ent­wick­lung umge­hen? Zunächst ist es wich­tig die Mei­nun­gen und Kom­men­tare, die im Web zu Ihrem Unter­neh­men bzw. Ihrer Per­son ver­brei­tet wer­den, zu ken­nen. Dazu gibt es ver­schie­dene Metho­den. Die ein­fachste und kos­ten­lose Mög­lich­keit des auch als “Moni­to­ring” bezeich­ne­ten Vor­gangs ist das Google-Tool “Alert”. Sie abon­nie­ren ein­fach eine Such­wort­kom­bi­na­tion, bei­spiels­weise Ihren Namen oder Ihr Unter­neh­men. Sobald im Inter­net jemand mit der Such­wort­kom­bi­na­tion schreibt, die Sie abon­niert haben, erhal­ten Sie auto­ma­tisch eine Nach­richt per E-Mail.

Myo­nid nut­zen
Ein wei­te­rer Ser­vice, der in der Basis­ver­sion kos­ten­frei ist, bie­tet myonide.de an. Zunächst ist myo­nide eine Web­site, auf der Sie sich per­sön­lich vor­stel­len, quasi eine Art Visi­ten­karte. Der Clou an dem Ser­vice ist jedoch die auto­ma­ti­sierte Monitoring-Funktion. Alles, was über Sie im Web ver­öf­fent­licht wird, erfasst myo­nid und infor­miert Sie darüber.

Was tun, wenn erst mal nega­tive Infor­ma­tio­nen über Sie oder Ihr Unter­neh­men ver­öf­fent­licht sind?

Hatte sich wegen rigider Abmahnmethoden sehr unbeliebt gemacht: Jack Wolfskin

Hat sich wegen rigi­der Abmahn­me­tho­den sehr unbe­liebt gemacht und an Anse­hen ver­lo­ren: Jack Wolfskin

Dazu möchte ich auf einen sehr gut ver­fass­ten Arti­kel von ABAKUS Inter­net Mar­ke­ting ver­wei­sen. In meh­re­ren Schrit­ten wird beschrie­ben, wie Sie es schaf­fen, die nega­ti­ven Mel­dun­gen besei­ti­gen zu las­sen.  Hier kom­men Sie direkt zum Bei­trag. Ein wei­te­rer Arti­kel zum Thema ist auf online-ich.de zu fin­den. In die­sem Blog-Beitrag wird eine Check­liste zum Löschen von Daten angeboten.

Natür­lich gibt noch wei­tere Mög­lich­kei­ten sich über die eigene Repu­ta­tion (= “der gute Ruf”) infor­mie­ren zu las­sen. Der Ser­vice von webreputation.com ist zwar kos­ten­pflich­tig, hat jedoch den Vor­teil, dass Ihnen die Arbeit des Ent­fer­nens nega­ti­ver Kom­men­tare oder Bei­träge abge­nom­men wird.

Wie bei einem optisch gelungenen Internetprojekt die Chancen zur Kundengewinnung vertan werden

Letz­tens ist mir wie­der mal eher zufäl­lig ein Inter­net­pro­jekt „unter die Maus gekom­men“, wo ich mir gleich dachte, hier fehlt doch was. Es geht um die Web­site www.fladung-spa.de der Firma Fla­dung aus Hof­bie­ber. Zunächst das Posi­tive: Toll gestal­tete Web­site mit auf­wen­dig pro­du­zier­tem Foto­ma­te­rial, alles wer­tig, emo­tio­nal und mit moder­ner Galerie-Technik in Szene gesetzt; ein­fach zu bedie­nen. Im ers­ten Moment also wirk­lich ansprechend.

Der erste Ein­druck: Klasse!
Nach nähe­rer Betrach­tung kommt dann das Nega­tive zutage: So ziem­lich alles, was dazu bei­tra­gen würde die Web­site auf­find­bar zu machen, fehlt. Keine beschrif­te­ten Bil­der, wenn Texte vor­han­den sind, dann sind sie im Bild inte­griert, keine Titel-Tags, keine Descrip­tion, keine such­ma­schi­nen­freund­li­chen URLs. Echt ein Jam­mer! Hier wurde wie­der mal kurz vorm Ziel ein­fach auf­ge­hört. Dabei ist die Web­site mit Typo3 rea­li­siert, bei dem diese redak­tio­nel­len Pro­zesse ganz ein­fach umge­setzt wer­den können.Website der Fladung Spa GmbH aus Hofbieber

Basics der Website-Pflege wer­den nicht beach­tet
Diese Bei­spiel zeigt mir, wie sehr Web­pro­jekte immer noch viel zu design– und tech­nik­ge­trie­ben sind. Aus­sa­ge­kräf­tige Inhalte, die neben der Such­ma­schi­nen­re­le­vanz dazu die­nen Besu­cher gezielt zu infor­mie­ren, wer­den ver­nach­läs­sigt. Selbst sol­che Basics, wie die Pflege der Meta-Tags, wer­den nicht beachtet.

Wer ist schuld?
Es stellt sich natür­lich die Frage, wem der Schwarze Peter jetzt zuzu­schrei­ben ist. Hat die Agen­tur schlicht­weg ver­ges­sen, dar­auf auf­merk­sam zuma­chen? Gab es keine Redak­ti­ons­schu­lung, wo diese Dinge hät­ten ange­spro­chen wer­den sol­len? Oder ist dem Kun­den der Feh­ler gar nicht bewusst? Mag sein, dass die Ziele des Unter­neh­mens den Inter­net­auf­tritt nicht zum favo­ri­sier­ten Mar­ke­ting­in­stru­ment machen. Recht­fer­tigt das aller­dings sol­che Unzulänglichkeiten?

Nur zwei Pro­zent bis zum Ziel
Nur zum Ver­ständ­nis: Vom Arbeits­auf­wand sind etwa 98 Pro­zent der Auf­ga­ben erle­digt. Es feh­len ledig­lich 2 Pro­zent an Arbeit, die sich aller­dings ele­men­tar auf den Such­er­folg der Web­site aus­wir­ken. Wenn hier also nichts dafür getan wird, die 100% zu errei­chen, dann frage ich mich, wieso über­haupt so ein Auf­wand betrie­ben wurde?

Meine Sorge ist fol­gende: Die Wahr­schein­lich­keit ist hoch, wie­der mal einen Kun­den zu ver­grau­len, der viel­leicht die Hoff­nung von sei­nem Inter­net­auf­tritt hat, den ein oder ande­ren Kun­den damit zu gewin­nen. So ist es jeden­falls fast aussichtslos.

Viel­licht hilft ja der Link weiter:

Video: Bear­bei­ten von Sei­ten­ei­gen­schaf­ten in Typo3

Aufreger der Woche: Website-Check lässt Content hinten runter fallen

ECCN GbR mit Sitz in KasselAls Internet-Redakteur und Con­tent­ma­na­ger habe ich mitt­ler­weile kein Ver­ständ­nis mehr dafür, wenn Orga­ni­sa­tio­nen einen Website-Check anbie­ten, ohne das Thema „Con­tent“ zu berück­sich­ti­gen. Seit Jah­ren wer­den von den IHK´s, BIEG Hes­sen, ECCN und ver­gleich­ba­ren Insti­tu­tio­nen für kleine und mitt­lere Unter­neh­men diese Ser­vices ange­bo­ten. Grund­sätz­lich ist diese Form der Unter­stüt­zung eine sinn­volle Sache. Aller­dings fin­det mei­ner Mei­nung nach kaum eine Wei­ter­ent­wick­lung die­ses Ange­bots statt.
Im letz­ten News­let­ter von Hessen-IT ist zu lesen:

Der Website-Check bie­tet eine Unter­su­chung auf tech­ni­sche, struk­tu­relle und gra­fi­sche Schwach­stel­len, die bereits im Vor­feld beleuch­tet und dann in Ein­zel­ge­sprä­chen behan­delt wer­den. Die Erreich­bar­keit der Web­site wird geprüft, Link­ana­lyse, Lade­zeit– und Such­ma­schi­nen­check durch­ge­führt usw. Außer­dem gibt es Tipps, um künf­tig erfolg­rei­cher im Inter­net beste­hen zu können.

In Ord­nung, soweit scheint dem inter­es­sier­ten Unter­neh­mer es an nichts zu feh­len. Doch was ist mit dem Con­tent? Wel­che Rolle spie­len Texte und mul­ti­me­diale Inhalte für die Attrak­ti­vi­tät einer Web­site? Was ist mit redak­tio­nel­len Bei­trä­gen und nütz­li­chen Arti­keln, die dazu die­nen, dass sich der Besu­cher gut infor­miert fühlt? Wie wich­tig sind aktu­elle Mel­dun­gen, Refe­renz­ar­ti­kel und kurze Videos? Fehl­an­zeige! Statt­des­sen wird der Fokus auf Design und Tech­nik gelegt.

Anschei­nend ist es den Orga­ni­sa­to­ren sol­cher Ver­an­stal­tun­gen lie­ber, wenn Web­sites in Schön­heit ster­ben. Ange­sichts der Wich­tig­keit von Inhal­ten auf Web­sites ist die Agenda die­ser Ver­an­stal­tun­gen unbe­dingt zu erwei­tern. Gutes Design und eine klar struk­tu­rierte Navi­ga­tion sind heut­zu­tage die abso­lu­ten Basics und wer­den quasi von jeder halb­wegs erfolg­rei­chen Webagen­tur bewerk­stel­ligt. Das, womit die meis­ten Unter­neh­mer nach wie vor ein Pro­blem haben, ist die Her­aus­for­de­rung anzu­neh­men, für dau­er­haft aktu­elle und rele­vante Inhalte auf ihrer Web­site zu sor­gen und auch in Offsite-Marketing (Stich­wort Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung und Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting) zu inves­tie­ren. Hier gilt es also für mehr Nach­hal­tig­keit zu sor­gen, liebe Organisatoren.

Ich hoffe, mit die­sem Blog-Beitrag eine Lanze für das Thema “Con­tent” gebro­chen zu haben. Letzt­lich geht es mir darum, dass die Unter­neh­mer auf die rich­tige Fährte geführt wer­den und Erfolg mit ihrer Web­site haben, denn wie heißt es doch so schön: „Con­tent is king“.

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