Wissen Sie, was über Ihr Unternehmen im Internet gesagt wird? So achten Sie auf Ihren guten Ruf
Früher war der Stammtisch in der Kneipe die Kommunikationsplattform, um Erfahrungen mit Personen, Firmen oder Produkten auszutauschen. “Zu wem gehst Du eigentlich zum Zahnarzt, Karl?” Auf diese Frage antwortet Karl: “Geh´ doch mal zum Dr. Mustermann, bei dem bin ich schon seit zwei Jahren in Behandlung, der ist wirklich gut und sehr gründlich”, stellt er fest. “Früher war ich ja immer beim Dr. Beispiel. Der ist aber immer so unfreundlich. Deshalb bin ich da nicht mehr hingegangen,” erzählt Karl weiter.
Internetnutzer machen vermehrt Gebrauch von Bewertungssystemen
Meist erfuhren die angesprochenen Ärzte davon nichts. Erst wenn die Praxis nicht mehr so lief, machten sie sich Gedanken. Dies hat sich in Zeiten des Internets jedoch geändert. Auf zahlreichen Websites veröffentlichen Bürger ihre Erfahrungen, die sie mit Ärzten gemacht haben. Und immer mehr Internetnutzer machen davon Gebrauch. Wohl dem Arzt, der einen guten Job macht und mit positiven Bewertungen seinen Ruf behält. Bei negativen Bewertungen kann die Situation für einen Arzt schon kritisch werden. Gut, noch hat sich in unserer Region die Möglichkeit der Bewertung von Ärzten nicht so sehr rumgesprochen. Doch die Tendenz ist steigend.
Nicht nur Ärzte sind betroffen, auch jedes Unternehmen
Nicht nur Ärzte sind von dieser Entwicklung betroffen, sondern jedes Unternehmen wird heutzutage durch die Sozialisierung des Internets von surfenden Bürgern “begutachtet”. Es ist ein urmenschliches Prinzip, sich Meinungen von Anderen einzuholen, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Die Funktion des Erfahrungsaustausches befriedigt demnach ein normales Bedürfnis von uns Allen und hat vor allem entscheidenden Einfluss auf unsere Kaufentscheidungen.
Leider ist vielen Unternehmen diese Situation überhaupt noch nicht bewusst. Anne M. Schüller, Expertin für Kundenloyalität, bringt es in ihrem aktuellen Newsletter auf den Punkt:
Unternehmen benehmen sich also besser ordentlich und behandeln ihre Kunden gut, denn im Internet kommt alles raus. Wer schlechte Leistungen erbringt, verheimlicht, verschleiert, bei Leistungsfeatures lügt oder bei der Preisgestaltung betrügt und so den Kunden über den Tisch ziehen will, hat ein echtes Problem. Der Kunde nämlich, der nur pariert und ohnmächtig jegliche Form von ‚Un-Service‘ über sich ergehen lässt, gehört endgültig der Vergangenheit an.
Gemeint ist damit, wie Kunden sich über Verkäufer, Unternehmen oder Services in Blogs, Bewertungsportalen oder Foren äußern. Erfahrungsgemäß ist es auch im Internet nicht anders, wenn sich Nachrichten oder Kommentare verbreiten. Die negativen Meldungen haben eine viel höhere Relevanz und sind schneller verbreitet, als die Positiven.
Die wichtigste Regel: lassen Sie sich informieren
Wie sollten Unternehmer mit dieser Entwicklung umgehen? Zunächst ist es wichtig die Meinungen und Kommentare, die im Web zu Ihrem Unternehmen bzw. Ihrer Person verbreitet werden, zu kennen. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Die einfachste und kostenlose Möglichkeit des auch als “Monitoring” bezeichneten Vorgangs ist das Google-Tool “Alert”. Sie abonnieren einfach eine Suchwortkombination, beispielsweise Ihren Namen oder Ihr Unternehmen. Sobald im Internet jemand mit der Suchwortkombination schreibt, die Sie abonniert haben, erhalten Sie automatisch eine Nachricht per E-Mail.
Myonid nutzen
Ein weiterer Service, der in der Basisversion kostenfrei ist, bietet myonide.de an. Zunächst ist myonide eine Website, auf der Sie sich persönlich vorstellen, quasi eine Art Visitenkarte. Der Clou an dem Service ist jedoch die automatisierte Monitoring-Funktion. Alles, was über Sie im Web veröffentlicht wird, erfasst myonid und informiert Sie darüber.
Was tun, wenn erst mal negative Informationen über Sie oder Ihr Unternehmen veröffentlicht sind?

Hat sich wegen rigider Abmahnmethoden sehr unbeliebt gemacht und an Ansehen verloren: Jack Wolfskin
Dazu möchte ich auf einen sehr gut verfassten Artikel von ABAKUS Internet Marketing verweisen. In mehreren Schritten wird beschrieben, wie Sie es schaffen, die negativen Meldungen beseitigen zu lassen. Hier kommen Sie direkt zum Beitrag. Ein weiterer Artikel zum Thema ist auf online-ich.de zu finden. In diesem Blog-Beitrag wird eine Checkliste zum Löschen von Daten angeboten.
Natürlich gibt noch weitere Möglichkeiten sich über die eigene Reputation (= “der gute Ruf”) informieren zu lassen. Der Service von webreputation.com ist zwar kostenpflichtig, hat jedoch den Vorteil, dass Ihnen die Arbeit des Entfernens negativer Kommentare oder Beiträge abgenommen wird.
Wie bei einem optisch gelungenen Internetprojekt die Chancen zur Kundengewinnung vertan werden
Letztens ist mir wieder mal eher zufällig ein Internetprojekt „unter die Maus gekommen“, wo ich mir gleich dachte, hier fehlt doch was. Es geht um die Website www.fladung-spa.de der Firma Fladung aus Hofbieber. Zunächst das Positive: Toll gestaltete Website mit aufwendig produziertem Fotomaterial, alles wertig, emotional und mit moderner Galerie-Technik in Szene gesetzt; einfach zu bedienen. Im ersten Moment also wirklich ansprechend.
Der erste Eindruck: Klasse!
Nach näherer Betrachtung kommt dann das Negative zutage: So ziemlich alles, was dazu beitragen würde die Website auffindbar zu machen, fehlt. Keine beschrifteten Bilder, wenn Texte vorhanden sind, dann sind sie im Bild integriert, keine Titel-Tags, keine Description, keine suchmaschinenfreundlichen URLs. Echt ein Jammer! Hier wurde wieder mal kurz vorm Ziel einfach aufgehört. Dabei ist die Website mit Typo3 realisiert, bei dem diese redaktionellen Prozesse ganz einfach umgesetzt werden können.
Basics der Website-Pflege werden nicht beachtet
Diese Beispiel zeigt mir, wie sehr Webprojekte immer noch viel zu design– und technikgetrieben sind. Aussagekräftige Inhalte, die neben der Suchmaschinenrelevanz dazu dienen Besucher gezielt zu informieren, werden vernachlässigt. Selbst solche Basics, wie die Pflege der Meta-Tags, werden nicht beachtet.
Wer ist schuld?
Es stellt sich natürlich die Frage, wem der Schwarze Peter jetzt zuzuschreiben ist. Hat die Agentur schlichtweg vergessen, darauf aufmerksam zumachen? Gab es keine Redaktionsschulung, wo diese Dinge hätten angesprochen werden sollen? Oder ist dem Kunden der Fehler gar nicht bewusst? Mag sein, dass die Ziele des Unternehmens den Internetauftritt nicht zum favorisierten Marketinginstrument machen. Rechtfertigt das allerdings solche Unzulänglichkeiten?
Nur zwei Prozent bis zum Ziel
Nur zum Verständnis: Vom Arbeitsaufwand sind etwa 98 Prozent der Aufgaben erledigt. Es fehlen lediglich 2 Prozent an Arbeit, die sich allerdings elementar auf den Sucherfolg der Website auswirken. Wenn hier also nichts dafür getan wird, die 100% zu erreichen, dann frage ich mich, wieso überhaupt so ein Aufwand betrieben wurde?
Meine Sorge ist folgende: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, wieder mal einen Kunden zu vergraulen, der vielleicht die Hoffnung von seinem Internetauftritt hat, den ein oder anderen Kunden damit zu gewinnen. So ist es jedenfalls fast aussichtslos.
Viellicht hilft ja der Link weiter:
Aufreger der Woche: Website-Check lässt Content hinten runter fallen
Als Internet-Redakteur und Contentmanager habe ich mittlerweile kein Verständnis mehr dafür, wenn Organisationen einen Website-Check anbieten, ohne das Thema „Content“ zu berücksichtigen. Seit Jahren werden von den IHK´s, BIEG Hessen, ECCN und vergleichbaren Institutionen für kleine und mittlere Unternehmen diese Services angeboten. Grundsätzlich ist diese Form der Unterstützung eine sinnvolle Sache. Allerdings findet meiner Meinung nach kaum eine Weiterentwicklung dieses Angebots statt.
Im letzten Newsletter von Hessen-IT ist zu lesen:
Der Website-Check bietet eine Untersuchung auf technische, strukturelle und grafische Schwachstellen, die bereits im Vorfeld beleuchtet und dann in Einzelgesprächen behandelt werden. Die Erreichbarkeit der Website wird geprüft, Linkanalyse, Ladezeit– und Suchmaschinencheck durchgeführt usw. Außerdem gibt es Tipps, um künftig erfolgreicher im Internet bestehen zu können.
In Ordnung, soweit scheint dem interessierten Unternehmer es an nichts zu fehlen. Doch was ist mit dem Content? Welche Rolle spielen Texte und multimediale Inhalte für die Attraktivität einer Website? Was ist mit redaktionellen Beiträgen und nützlichen Artikeln, die dazu dienen, dass sich der Besucher gut informiert fühlt? Wie wichtig sind aktuelle Meldungen, Referenzartikel und kurze Videos? Fehlanzeige! Stattdessen wird der Fokus auf Design und Technik gelegt.
Anscheinend ist es den Organisatoren solcher Veranstaltungen lieber, wenn Websites in Schönheit sterben. Angesichts der Wichtigkeit von Inhalten auf Websites ist die Agenda dieser Veranstaltungen unbedingt zu erweitern. Gutes Design und eine klar strukturierte Navigation sind heutzutage die absoluten Basics und werden quasi von jeder halbwegs erfolgreichen Webagentur bewerkstelligt. Das, womit die meisten Unternehmer nach wie vor ein Problem haben, ist die Herausforderung anzunehmen, für dauerhaft aktuelle und relevante Inhalte auf ihrer Website zu sorgen und auch in Offsite-Marketing (Stichwort Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing) zu investieren. Hier gilt es also für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen, liebe Organisatoren.
Ich hoffe, mit diesem Blog-Beitrag eine Lanze für das Thema “Content” gebrochen zu haben. Letztlich geht es mir darum, dass die Unternehmer auf die richtige Fährte geführt werden und Erfolg mit ihrer Website haben, denn wie heißt es doch so schön: „Content is king“.
